Madame TRICOT
Modellieren mit Maschen Vanitas-Künstlerin der Gegenwart
Madame Tricot ist in Paris in einer Designer-Familie aufgewachsen. Hin und hergerissen zwischen Kunst und Naturwissenschaft studierte sie Medizin und besuchte parallel dazu die Ecole du Louvre, um Kunstgeschichte zu lernen. Während 40 Jahren hat sie sich als Dr. med. Dominique Kähler Schweizer der Medizinkunst gewidmet. Zum Ausgleich war sie als Madame Tricot in ihrer Freizeit künstlerisch tätig und hat vor allem gestrickt. Ihre Strickfähigkeit hat sie sich autodidaktisch beigebracht und sich seit 2012 auf 3D-Objekte konzentriert.
Madame Tricot ist eine Grenzgängerin, die versucht, Rahmen unkonventionell zu erweitern. Sie liebt Humor und Kitsch, das Makabre, Abgründige und Zweideutige. Das Nette, Liebliche und Brave ist Madame Tricot zu langweilig.
Die Grenze zwischen Leben und Tod war immer schon ein Thema für sie, deshalb strickt sie Lebensmittel, die sich gerade auf der Grenze zwischen Leben und Verwesung befinden, sehr gern. Das Gestrickte wirkt wie ein Filter, so können wir die schlimmsten Motive ertragen. Warum kann Stricken so subversiv sein? Auch wenn es nur um einen mit Strickwaren gefüllten alten Kühlschrank, der 60er Jahre, geht.
Eine Seite ist vertraut (Lebensmittel, Handarbeit, «weibliche» Technik), aber gleichzeitig auch falsch und manchmal sind die Objekte auch ekelhaft. Das Gehirn wird destabilisiert und findet keine vertraute Kategorie: «Oma strickt Fleisch»!
Im Kühlschrank findet man typische schweizerische Lebensmittel, auch noch französische Feinschmecker-Spezialtäten, sowie die beliebten schrägen, oft politisch unkorrekten Produkte von Madame Tricot. Madame Tricot schafft einen Raum, in dem die Abwehr sinkt und Ambivalenz erlaubt ist. So kann Denken stattfinden.